

Durchaus ein Quantum Überheblichkeit kann ein Reisebericht erstattender städtischer Blogger aus Berlin beim Abschweifen nach Katalonien zeigen. Die Kernfrage, ob ein Blog wie dieses richtige Kategorien bereitstellt, die man einmal schuf. Im engmaschigen Gitter eines Bloglebens verhaftet, räsoniert der in die Jahre gekommene West-Berliner-Blogger beim Rasten auf einem roten Mae-West-Lippensofa in Figueres unter Porträt von Gott, dem Surrealistischen. Es geht um die Frage, ob dieses Stück Spanien (Katalonien) eher Landleben repräsentiert oder ob Stadtguerilla der richtige Berichtsanker ist. Die Entscheidung ist gefallen, wenn du als LeserIn das Internet zu nutzloser Zeitvernichtung totschlägst.
Ich war nie in Mathe gut. Wer hat uns verraten? Richtig: Πraten. wobei das “Π” für den Großbuchstaben Pi (3,14….) steht. Eine Art kaukasisches Gedankenkreisen in Nordspanien, unweit von Max Frischs Andorra. Ihr versteht.


Mit einem Wasserzeichen klein und fein, rechts unten, bettet der Berichterstatter in fotografisches und grafisches Material Uhrheberrecht wie in Beton ein. Es gilt, digitale Diebe aufzuhalten, widerwärtig mausklickend und “Speichern unter” auf Datenträgern. Diebstahl!! Wiederverwendung um sich mit fremden Girlanden zu schmücken, ist untersagt. Gnade Euch Gott, der Surrealistische. Er wird seinen Fluch dein Leben entlang weiterverfolgen vzw. fortentwickeln wie einst umherschweifende Haschrebellen Westberlins.
Wir hingegen schweifen cannabisfrei über Vorplätze und in Straßencafés von Figueres und krönen diese saumseligen Augenblicke an schönen Orten mit einem Ausruhemodus auf dem rotesten aller Lippensofas Europas. Derartige Sofas gab es auch in Quietschrosa. Eins davon an der Privatadresse in der Bucht hinter Cadaques.´, einem Künstlerort, indem Picasso sich aufhielt, um ein zwei wegzutrinken, auch Salvador Dalí, dessen Wohnhaus aus mehreren Fischerkaten dort steht und früher sein Refugium war. Mit Zikaden in kleinen Wandkäfigen, weil sie immer schön zirpten. Eine ganz andere Zeit.
Die Zeit, in der ich Anfang der 2000er Jahre hier öfter im Urlaub war, um mich dalínianisch fortzubilden, sein Œuvre sorgfältig zu erfassen und Spuren nachzufahren, ihn zu begreifen.
Dalínianisch wird meistens verwendet, wenn es ganz konkret um die historische Person Salvador Dalí, sein echtes Gesamtwerk oder seine eigene Philosophie geht (z. B. „das dalínianische Universum“ oder „die dalínianische Symbolik“)
Um Das geheime Leben des Salvador Dalí zu inhalieren, die Autobiografie des Künstlers, von ihm sebst verfasst und unheimlich gut lesbar. Wie Dalí in Figueres als Sohn des Notars zu Welt kam, wie er sich zur Selbsttestung immer wieder Treppen hinunterwarf. Später zu Ruhm und Geld gekommen Fischerkaten aufkaufte, in eben jener Bucht, dort Dachterrassen schuf, mit eingebautem Schwimmbecken-Längsverlauf, sofafarbenem Quietsch Mae West und Plastikstühlen mit durchsichtigem Hartplastik, auf denen sich schöne, junge Partygäste nackend zu setzen hatten, damit er – der Meister aller Klassen- hinter einer spanischen Wand (Paravent)- Erleichterung in harter handerarbeiteter Selbstbefriedigung suchte. Man muss schon tief ins Leben des spanischen Graf Kokolores hineintauchen, um derlei zu recherchieren.

Als seine Muse Gala verstarb, fuhr Dalí sie mit seiner amerikanischen Limousine nach Pubol in ihr Schloss in Girona. Als er als Meister die New Yorker beeindruckte, indem er aus einem U-Bahn-Schacht aufstieg und mit einem geliehenen Ameisenbär an der Leine wie einen Hund für Furore sorgte. Als Gast in amerikanischen Talkshows erarbeitete er sich einen Ruf. Hier eins drüber ist die Szenerie bewusst nur nachgestellt mit KI. Eins drunter gibt es den Echten, den Unverwechselbaren, mit Ameisenbär.
Salvador Dalí, Ameisenbär, Schnurrbart! 11. Februar 1971 #SalvadorDali #DickCavett
Das Projekt Salvador Dalí & the Anteaters ist nie erschienen und diente so auf diese Weise Ameisen als Speise wie es in Kurzgedichtsform in “Die Made” von Heinz Erhardt bekanntgeworden ist. Beides hat nichts miteinander zu tun, ist aber als Rock’n Roll des Lebens begreifbar und darf daher von Popautoren, wie ich einer bin, fest und steiff behauptet werden. Grüße an die Steiff-Tier-Foundation gehen raus wie die Erinnerungen an die deutsche Super-Margarete Steiff, wie sie vor einigen Jahren kongenial von Heike Makatsch in Szene gesetzt wurde.
Ich schwoff ab.
Schön wars im Oktober ’25 in Figueres. Der Ort ist reich angefüllt mit höchstpersönlichen Reiseerinnerungen mit Kindern, die hier auf dem Platz Einkriege spielten.
Rock’n Roll – so ist nunmal das Leben.