
Im Fokus des Sonntags steht das Schopflöffelbekenntnis. Es ist als Wort gekommen, als die Hühnersuppe serviert wurde. Am besten ist Hühnersuppe vom Vortag, einmal wiederaufgewärmt. Dass man eine alte Geschichte aufwärmt, kann viel bedeuten. Heute alles anders. Elke ist da auf ihrem Weg nach Ahrenshoop am baltischten aller Meerbusen. Wanderungen am Busen des Bodden. Weil viele Touris rücksichtslos herumlaufen, ein Landschaftsschmutzgebiet. Mit Schildbürgerhinweisen. Am Strand.
Die Schöpfkelle ist von Rösle, verchromt, großer Kellenbodden. Die Leica Dlux 7 liegt direkt aufm Tresen. Großer Tresen gewesen. An manchem Tresen Deutschlands wird die Welt genesen. Mit Ausnahme der Chinesen. Der Russe guckt schon ab und an und fährt die Flanke lang, Richtung Fehmarnbelt.
Das S/W-Foto ist eine Tat von kurzem Verschluss und mehrfacher Auslösung. Die Tat findet Erlösung im heimischen Fotokochstudio wie eine Schmerztablette im Tafelwasser. Die Spiegelung der Kelle im Auge des Schöpfbodens konkav, nicht konvex. Spiegelung kopfüber. Im Foto steht der Fotograf auf dem Kopf. Und Elke im Hintergrund. Moderne Bildbearbeitung canvas. Die 180 Grad-Drehung im Auge des Suppensturms ein Klacks, von der Suppe einen Klecks.
Das Begriffskonstrukt Schöpflöffelbekenntnis entsteht Sonntags über allein im Kopf des Berichtsverfassers. Der bin ich. Hinterher wird netzrecherchiert. Tatsächlich. Zwar existiert das Wort nicht wirklich und bekommt heute sein Branding #DerUhrheber. Die kleine Person rechts unten auf dem Bild, ein Mann in Piraten-Lederkluft, mit Stiefeln und großem Aufhebens. Die Armbanduhr, ist er Uhrheber (“We can be heroes just for one day.” – David Bowie) – Ruhe in Frieden, David Bowie.


Die Verbindung von Augustinus von Hippo, einem Schöpflöffel und dem „Bekenntnis“ (Confessiones) verweist auf eine berühmte Legenden der Kirchengeschichte, die Grenzen des menschlichen Verstandes gegenüber dem universellen Geheimnis Gottes. Obwohl das Wort „Bekenntnisse“ der Titel seines berühmtesten autobiografischen und theologischen Werks ist, stammt die Geschichte mit dem Schöpflöffel nicht aus diesem Buch, sondern aus einer im Spätmittelalter entstandenen Heiligenlegende. – Deutlich wird die zeitgeschichtliche Bedeutung von Wort- und Sprachforschung durch den Berichterstatter. Der bin ich.
Die Legende vom Knaben am Meer
Die Erzählung besagt, dass Augustinus am Strand spazierte und tief darüber nachdachte, wie er das Geheimnis der Dreifaltigkeit (Trinität) – also das Wesen Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist – rational erklären und in einem Buch niederschreiben könnte.
Dabei beobachtete er ein kleines Kind (oft als das Jesuskind gedeutet), das am Ufer ein kleines Loch in den Sand gegraben hatte. Der Junge lief unaufhörlich zum Meer, füllte einen Schöpflöffel (in manchen Versionen eine Muschel) mit Wasser und goss es in die kleine Grube.
Augustinus schaute eine Weile zu und fragte schließlich lächelnd: „Was tust du da, mein Kind?“
Der Junge antwortete: „Ich will das ganze große Meer in mein Loch schöpfen.“
Da lachte Augustinus und sagte: „Aber das ist doch völlig unmöglich! Das tiefe, unendliche Meer passt doch niemals in deine kleine Grube.“
In diesem Moment blickte das Kind ihn an und sprach: „Genauso unmöglich ist es für dich, das unendliche Geheimnis der Dreifaltigkeit mit deinem kleinen, begrenzten Menschenverstand gänzlich erfassen zu wollen.“ Als Augustinus sich umsah, war das Kind verschwunden.
Die theologische Bedeutung
Diese Metapher spiegelt eine Kernbotschaft aus Augustinus’ tatsächlicher Theologie wider, die er auch in seinen echten Bekenntnissen und in seinem Werk De Trinitate äußert: Gott übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen. Ein berühmtes, echtes Zitat von ihm lautet dazu passend: „Wenn du ihn verstehst, dann ist es nicht Gott.“
Die Legende entstand wahrscheinlich um 1260 durch den Theologen Thomas von Cantimpré und wurde im 14. Jahrhundert fest auf Augustinus übertragen. In der christlichen Kunst ist der Schöpflöffel oder die Muschel deshalb bis heute das klassische Erkennungsmerkmal (Attribut) auf Gemälden und Statuen des heiligen Augustinus.
Wenn Du diesen Beitrag nicht verstehst, dann bist du nicht von Gott auserwählt. Dann geh bitte bloß jetzt nicht schaukeln.
- Wilhelm Bogers Sprechmaschine: Was ist eine Papageienschaukel?
(Bearbeitet teils mit #Netzrecherche und #KI)


